| Aus Thailand kamen in den vergangenen Jahren zwar viele sehenswerte Filme in den Westen, jedoch hat das südostasiatische Königreich immer noch einen gewissen Exoten-Status, wenn man es mal mit Kino-Nationen wie Südkorea, Japan oder Hong Kong vergleicht. Mit "Omukade" gibt es nun aber wieder mal Nachschub in Form eines astreinen Creature Features mit Ekel-Garantie.
Das Werk des Regie-Duos Chalit Krileadmongkon und Pakphum Wongjinda vermischt dabei recht gekonnt die Horror-Elemente des Genres mit Vergangenheitsbewältigung in Form des Zweiten Weltkriegs und der japanischen Besatzung. Der Omukade basiert dabei tatsächlich auf einer "realen" Sagengestalt, denn in Japan ist der blutdurstige Tausendfüssler ein anerkannter Yokai und somit echtes Kulturgut.
Im Übrigen haben die beiden Filmemacher bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich mit insektoidem Dämonen-Wahnsinn auskennen, stammt doch der Film "Creepy Crawly" auch aus deren Schmiede. Eine Besprechung dazu findet ihr ebenfalls in unserer Review-Sektion.
Und beinahe könnte man bei "Omukade" meinen, dass es sich um einen Nachfolger - oder eben ein Prequel - handelt. Denn wie auch schon in dem Quarantäne-Grusler, sind auch hier die Protagonist*innen mit der Gefahr eingeschlossen - nur eben in einer Höhle und keinem Hotel. Auch Omukade selbst erinnert in seinem Stil schon sehr an das Design des Monsters aus "Creepy Crawly" - nur eben auf Grundlage und somit mit Elementen des japanischen Yokai-Originals.
Das aktuelle Werk von Krileadmongkon und Wongjinda fühlt sich aber nicht nur inhaltlich wie deren Vorgänger an, auch die Stärken und Schwächen von "Creepy Crawly" lassen sich beinahe 1:1 auf "Omukade" übertragen. Atmosphärisch dicht und mit dem beklemmenden Setting in der Höhle kann der Film nämlich definitiv punkten. Auch der Look des Monsters ist schön eklig, leidet hin und wieder aber an den eher billigen CGI-Effekten.
Was den Machern leider gar nicht gelungen ist, ist die Charakterisierung der Figuren. Beinahe alle der beteiligten Personen bleiben bis zum Ende blass, lediglich Yada Narilya Gulmongkolpech in ihrer Rolle als Sanor blieb mir mit ihren Szenen einigermassen in Erinnerung.
Neben dem Terror-Faktor, den der Yokai unter den Überlebenden auslöst, kommen sicherlich auch Freunde von blutigeren Effekten bei "Omukade" auf ihre Kosten. Denn wenn mal gesplattert wird, dann aber richtig.
Somit ist das thailändische Creature Feature schon mal einen Blick wert, allerdings sollte man kein Highlight des Genres erwarten. |