| "Tokyo Nights" wurde unter der Regie von Joey Cruz Manalang für den philippinischen Streamingdienst Vivamax produziert und ist leider wieder mal ein Paradebeispiel dafür, dass dessen Output starken Qualitätsschwankungen unterliegt. So liegt "Tokyo Nights" vermutlich ganz vorne, wenn es um einen der miesesten Vivamax-Filme überhaupt geht. Man weiss gar nicht wo man anfangen soll mit der Kritik.
In der Theorie könnte Manalangs Werk ja einiges bieten - schöne Aufnahmen der japanischen Hauptstadt, ein bisschen Beziehungsdrama und vielleicht die ein oder andere ansprechende, zwischenmenschliche Szene. Doch was man bekommt, ist ein so uninspiriertes und ideenloses Werk, dass es schon fast weh tut. Das fängt schon mit der Art der Inszenierung an, die mit ihren seltsamen Interview-Einspielern mit allen Beteiligten fast schon etwas Doku-haftes an sich hat. Tiefsinnige Aussagen oder Gespräche sollte man da allerdings nicht erwarten - die Fragen und Antworten bewegen sich eher auf Dr. Sommer-Niveau.
Schöne Bilder von Tokyo gibt es auch nicht, die meisten Szenen sind irgendwelche verrauschten Nachtaufnahmen, die man sich so auch hätte sparen können. Obendrauf ist auch das Miteinander zwischen den vier jungen Menschen nicht gerade sehenswert. Die Dialoge sind peinlich, das Schauspiel nicht vorhanden. Das könnte an der Unerfahrenheit der meisten Darsteller*innen liegen, denn die meisten haben bisher keinerlei Film-Erfahrung vorzuweisen.
Dass man dann auch in Sachen Sexszenen eher nach Schema F vorgeht, passt zu dem langweiligen Ton des Films. Wie oft kann man bitte irgendwelche Duschszenen unterbringen - ist ja auf Dauer auch nicht gut für die Haut.
Um der miesen Inszenierung noch eines obendrauf zu setzen, nervt einen "Tokyo Nights" mit einer Musikuntermalung aus der Hölle. Hier passt einfach gar nichts zusammen und so bleibt am Ende eigentlich nur die überschaubare Laufzeit von rund 70 Minuten als positiver Aspekt zu vermerken. Apropos: wer sich etwas mit japanischer Erwachsenenunterhaltung auskennt, wird einen sehr bekannten Pool entdecken.
Vielleicht leidet "Tokyo Nights" einfach sehr unter seinem scheinbar geringen Budget und der Unerfahrenheit des Regisseurs und der Schauspieler*innen. Aber wie das dann durch die Qualitätskontrolle bei Vivamax - die es hoffentlich gibt - kommt, ist eine andere Frage. |